ABS

Aus Windstar Know-How

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Inhaltsverzeichnis

Funktion

Das im Ford Windstar eingebaute elektronische Antiblockier-Bremssystem von Kelsey Hayes besteht aus:

  • dem herkömmlichen Bremssystem mit diagonaler Bremskreisaufteilung,
  • 4 Radsensoren mit Sensorrädern,
  • einer elektronischen und hydraulischen Regeleinheit (EHCU) in einem Bauteil integriert, den Magnetventilen und einer Pumpe im Motoraum vorne links,
  • ABS-Warnleuchte in der Instrumententafel und
  • einem Diagnosestecker (DLC)

Die Radsensoren liefern laufend die Informationen über die Geschwindigkeit der einzelnen Räder an die Regeleinheit (EHCU). Wird die Bremse betätigt, fließt die Bremsflüssigkeit vom Hauptbremszylinder zur EHCU. Der Bremsdruck wird über die bei normalen Bremsvorgängen geöffneten Einlaßventile, durch die EHCU, zu den Radbremszylindern geleitet.

Stellt das EHCU-Modul fest, daß sich ein Rad dem Blockieren nähert, schließt es die Einlaßventile, Das verhindert einen weiteren Druckanstieg in diesem Bremskreis. Das Modul überwacht weiterhin die Signale des Radsensors des betroffenen Rades. Wird das Rad weiter verzögert, öffnet das Modul das normalerweise geschlossene Auslaßventil dieses Bremskreises. Der Druck wird in einem Speicher der EHCU abgebaut. Beschleunigt das Rad, schaltet das Modul die beiden Ventile in die Ausgangsstellung zurück, damit wieder Bremsdruck zum Radbremszylinder gelangen kann.

Das Modul überwacht die elektromechanischen Komponenten des Systems. Treten Fehlfunktionen im ABS-System auf, wird es durch das Modul deaktiviert. Auch wenn das ABS-System nicht in Funktion ist, werden Fehler über die Warnleuchte angezeigt.

Selbstüberwachung

Wird die Zündung eingeschaltet, macht das System einen Selbsttest (elektrischer Teil), wobei die Warnlampe ABS für 2-3 Sekunden aufleuchtet. Bei einer Geschwindigkeit von 6.4km/h wird der Pumpenmotor aktiviert und die Ventile kurz betätigt, um eine einwandfreie Funktion zu prüfen. Während der Fahrt (bei normalen Bremsvorgängen und mit ABS) überwacht das Modul alle elektrischen Funktionen und einige hydraulischen Abläufe.

Bauteile

ABS-Sensor vorne
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ABS-Sensor vorne

ABS-Radsensoren vorne

Die vorderen ABS-Sensoren sind an den Schwenkarmen befestigt. Sie tasten die Sensorräder, die auf die Antriebswelle aufgeschrumpft sind, radial ab. Der Abstand der Radsensoren zum Sensorrad wird durch die Einbaulage bestimmt und darf nicht verändert werden.

ABS-Sensor hinten
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ABS-Sensor hinten

ABS-Radsensoren hinten

Die hinteren ABS-Sensoren sind an den Bremsen-Grundplatten montiert. Sie tasten die Sensorräder, die auf die Radnabe aufgeschrumpft sind, axial ab. Der Abstand der Radsensoren zum Sensorrad wird durch die EInbaulage bestimmt und darf nicht verändert werden. Die Abtastposition des Radsensors (radial/axial) ist für die Funktion des ABS-Systems unerheblich.

EHCU
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EHCU

Elektronische und hydraulische Regeleinheit (EHCU)

Die elektronische und die hydraulische Regeleinheiten sind beim Ford Windstar in einer Einheit (EHCU) integriert. Sie befindet sich im Motorraum vorne links unter der Batterie. Beide Einheiten können getrennt gewartet und erneuert werden.


Hydraulische Regeleinheit

Die hydraulische Regeleinheit beinhaltet die Ventilkörper, Pumpe und Motor. Die einzelnen Komponenten können nicht getrennt ausgetauscht werden.


Elektrische Regeleinheit

Sie kontrolliert die Funktion der Steuerventile während des Bremsens und überwacht normalere sowie ABS-geregelte Bremsvorgänge. Systemfehler werden als Fehlercode gespeichert und können mittels eines Diagnosegerätes über den Diagnosestecker (DLC) ausgelesen werden.


ABS-Warnleuchte

Die ABS-Warnleuchte befindet sich im linken unteren Teil des Kombiinstrumentes. Sie leuchtet beim Einschalten der Zündung für ca. 3 Sekunden auf (Selbsttest des Systems). Sie leuchtet ständig:

  • bei Fehlern im ABS-System,
  • wenn der Schalter der Bremsflüssigkeitsanzeige im Ausgleichsbehälter defekt ist,
  • wenn zu wenig Bremsflüssigkeit im Ausgleichsbehälter vorhanden ist.


Diagnosestecker (DLC)

Der Diagnosestecker ist unter der Instrumententafel leicht zugänglich angebracht. Mit einem entsprechenden Diagnosegerät können darüber Fehlercodes ausgelesen werden.

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