Getriebeöl wechseln

Aus Windstar Know-How

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Entgegen der häufigen Aussage von Fordwerkstätten, das Getriebeöl würde ewig halten, muß es dennoch regelmäßig ersetzt werden. Ford-USA schreibt hier einen Intervall von 30.000 Meilen (ca. 48.000 km) vor. Häufige Kurzstrecken oder Anhängerbetrieb reduzieren diesen Intervall deutlich, so dass hier dann sicherlich alle 35-40.000 km gewechselt werden sollte. Bei jedem zweiten Ölwechsel ist auch der Filter zu erneuern. Das Getriebe hat ein Fassungsvermögen von 11,6 Litern Öl. Das Absaugen des Getriebeöls durch das Peilstabrohr ist nicht zu empfehlen, da hier das meiste Altöl im Getriebe verbleibt. Angebracht - und von Ford auch vorgeschrieben - ist das Spülen des gesamten Systems (Getriebe und Getriebekühler) mit Frischöl.

Werkzeug / Material

  1. Ford Getriebeöl: MERCON V X-T5-QM, 25 Liter, Bestellnummer: 8000 046 (5-Liter Kanister)
  2. Getriebeölfilter: Bestellnummer: F6DP7G186AA (wird von Ford übrigens als Sieb bezeichnet)
  3. 0,5m Schlauch mit 10mm Innendurchmesser
  4. Knarre mit 8er Nuß, ggf. Drehmomentschlüßel 10Nm
  5. Jede Menge Putzlappen und alte Zeitungen, Auffangwanne für Altöl, Trichter, ggf. Korken
  6. Einen freiwilligen Helfer


Getriebeöl- und Filterwechsel beim 2000er Windstar

Soll der Filter gewechselt werden, muß der Wagen mindestens vorne auf eine Rampe. Komfortabler ist es natürlich mit Hebebühne. Das Getriebeöl wird durch den Rücklauf abgepumpt.


Übersicht
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Übersicht
Auf diesem Bild ist in der Übersicht zu sehen, wo sich der Rücklaufschlauch im Motorraum befindet.
Zu- und Rücklauf
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Zu- und Rücklauf
Unterhalb der Batterie kann man sehen, dass zwei Schläuche ins Getriebegehäuse führen. Der Obere ist der Zulauf, der Untere der Rücklauf.

Der untere Schlauch (Rücklauf) ist zu lösen. Hierzu ist zuerst der metallene Sicherungsclip abzuziehen. Der Schlauch selbst ist über ein Kupplungsstück mit dem Getriebe verbunden. Diese Kupplung ist mit einem Plastik-Dichtungsclip fixiert.

entsicherter Rücklauf
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entsicherter Rücklauf
Die beiden "Nasen" des Dichtungsclips zusammendrücken und den Schlauch mit Kupplung abziehen. Hierbei kann es klemmen. Dann Plastikclip hin und her drehen und am Kupplungsstück ziehen. Keine Gewalt oder Werkzeuge anwenden! Beide Teile sind leicht zu lösen.
"Drainage"
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"Drainage"
Auf die nun gelöste Metallkupplung den oben erwähnten Schlauch ziehen. Dieser dient lediglich als Verlängerung, damit man das Altöl "gezielt" in die Auffangwanne laufen lassen kann.

Der nun offene Einlass am Getriebe soll laut Ford mit einem weichen Gegenstand vorsichtig verschlossen werden. Ich habe mir hierzu einen Korken geschnitzt.

Nun geht es mit dem Abpumpen los und der Helfer kommt zum Einsatz. Schlauch in die Auffangwanne halten, Helfer startet den Motor. Achtung hier auf keinen Fall Gas geben! Lediglich im Leerlauf drehen lassen. Sobald der Ölfluß versiegt, sofort den Motor ausschalten, damit es zu keinem Schaden an der Pumpe kommt. Das Öl läuft übrigens sehr moderat ab. Je nach Lage des Wagens wurden jetzt vier bis sechs Liter Altöl gefördert. Wenn der Wagen schräg auf einer Rampe steht, sind es nur vier Liter und zwei Liter bleiben in der Ölwanne.

Das abgepumpte Öl durch die gleiche Menge Frischöl über die Peilstaböffnung ersetzen. Hierbei ist ein Trichter von großem Vorteil. Öl wieder abpumpen und ersetzen.

Wenn der Ölfilter ersetzt werden soll, jetzt nur abpumpen und nicht befüllen!

Ölfilter
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Ölfilter
Um den Getriebeölfilter zu ersetzen, muß die Getriebeölwanne abgeschraubt werden. Diese befindet sich unmittelbar hinter der Motorölwanne und ist aufgrund der markanten Form und silbrigen Farbe auch sofort zu erkennen. Hierzu die 8mm Sechskantschrauben lösen, aber zwei vorn und hinten nicht ganz herausschrauben. Ölwanne jetzt mit einer Hand abstützen und restliche Schrauben entfernen. Wenn man das nicht macht, schwappt nämlich ordentlich Öl heraus. Ruhig für einige Minuten das Öl noch aus dem Getriebe heraustropfen lassen und dann erst den Filter wechseln. Hierzu einfach den Altfilter senkrecht abziehen. Meißtens bleibt dabei dann die Dichtung im Getriebe stecken. Diese Dichtung vorsichtig entfernen, ohne den Konus im Getriebe zu beschädigen. Neuen Filter dann einsetzen. Übrigens befindet sich im alten Filter auch noch ordentlich Öl. Also wieder vorsichtig hantieren, damit es nicht zur Riesenschweinerei kommt.
Ölwanne
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Ölwanne
Die Ölwanne besteht aus drei Teilen: der Wanne selbst, einem Magneten und der Dichtung. Am Magneten und in der Wanne dürfen sich keine Metallteile finden lassen! Grobe Späne oder gar noch größere Stücke weisen auf einen Getriebeschaden hin! In diesem Fall ist das Getriebe zu reparieren und man sollte nicht weiterfahren, da der Schaden dann immer größer und teurer wird! In diesem Zusammenhang sei auch auf die Qualität des abgepumpten Altöls hingewiesen: das Öl ist sicherlich etwas dunkler im Rot, als das Frische. Es sollte aber keinesfalls braun sein und verbrannt riechen! Auch dies deutet wieder auf einen Schaden hin!

Am Magneten und in der Wanne findet man einen graphitähnlichen Schlamm. Dies ist normaler Abrieb der Getriebebauteile und kein Grund zur Sorge. Die Dichtung ist auf Beschädigungen hin zu überprüfen. Sie ist aus Gummi und wird wiederverwendet! Keinesfalls gegen eine Korkdichtung austauschen! Bei manchen Modellen ist übrigens eine Korkdichtung verbaut. Dies erkennt man dann aber auch an stärkeren Schrauben der Ölwanne.

gesäuberte Ölwanne
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gesäuberte Ölwanne
Ölwanne, Magnet und Dichtflächen gründlich reinigen.

Ölwanne wieder montieren. Magneten nicht vergessen! Schrauben handfest anziehen und darauf achten, dass die Dichtung richtig sitzt. Jetzt mit Drehmomentschlüßel Schrauben über Kreuz mit 10Nm anziehen.

Rückführungsschlauch wieder montieren. Hierbei darauf achten, das die Kupplung frei von Schmutz ist und leicht mit Getriebeöl abwischchen. Sicherungsclip nicht vergessen!

Noch fehlendes Getriebeöl auffüllen.

Insgesamt ist es ratsam, mindestens zweimal mit Frischöl zu spülen!

Um den korrekten Getriebeölstand zu ermitteln, ist eine Probefahrt von ca. 20 km zu unternehmen, damit alle Komponenten Betriebstemperatur haben. Wagen auf ebener Fläche parken. Motor im Stand laufen lassen, Bremspedal treten und alle Gänge (P,R,N,D,2,1) durchschalten. Wahlhebel in Parkstellung, Handbremse anziehen und Motor weiter laufen lassen. Jetzt am Getriebeölpeilstab den Ölstand kontrolliern. Er muß innerhalb der "gekreuzten" Fläche sein. Zwischen der Min. und der Max. Markierung sind es übrigens 0,5 Liter Öl.

Alle Schläuche und die Ölwanne auf Undichtigkeiten überprüfen!

Allzeit gute Fahrt!

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