On-Board Diagnose

Aus Windstar Know-How

Wechseln zu: Navigation, Suche

Allgemeines

On-Board Diagnose (OBD) steht für ein Diagnosesystem welches in Fahrzeugen integriert ist. Bereits 1988 wurde durch die Behörden des Bundesstaates Kalifornien schärfere Emissionsgrenzwerte vorgeschrieben und gleichzeitig eine Selbstüberwachung der Fahrzeuge verlangt um die Luftverschmutzung in den Ballungszentren Los Angeles und San Francisco zu reduzieren. Diese Vorschriften wurden 1994 von den anderen US-Bundesstaaten übernommen, woraufhin die erste Generation (OBD) von der amerikanischen Autoindustrie eingeführt wurde. Seit 1996 ist in den USA die zweite Generation (OBD-2 oder OBD-II) in allen Bundesstaaten eingeführt.

In Europa wurde solch ein Diagnosesystem (OBD bzw. EOBD) erst zum 1. Januar 2001 für alle PKW mit Ottomotor eingeführt und zwingend erforderlich für die Abgasnorm EURO-3. Dieselbetriebene PKW folgten zum 1. Januar 2003 und schließlich seit 1. Januar 2005 die LKW.

Die genannten Termine verstehen sich als Vorgaben der Behörden, die von der Autoindustrie bis dorthin umgesetzt worden sein mussten. Folglich sind viele Fahrzeuge bereits vor diesen Terminen mit der entsprechenden Technik ausgerüstet worden. Im Internet findet man sogenannte Kompatibilitätslisten aus denen man ersehen kann, welches Baujahr eines Fahrzeugtyps, welche OBD-Version respektive OBD-Protokoll verwendet:

Das OBD-System war ursprünglich nur für das Motormanagement des Fahrzeuges gedacht. Es wurde aber, hauptsächlich durch die europäischen Hersteller, entsprechend erweitert um auch andere Systeme im Fahrzeug überwachen und steuern zu können. So wurden im Laufe der Zeit z.B. Systeme wie das ABS, Airbag, Diebstahlsicherung und Navigation mit einbezogen.

Protokolle

Von den Behörden wurde allgemein nur ein System (OBD) verlangt, das geeignet ist um die geforderten Emissionsgrenzwerte bei Fahrzeugen einzuhalten und sich selbst überwacht. Diese Forderung kann nur mit einem Computergesteuertem System erreicht werden, welches verschiedene Komponenten im Fahrzeug kontrollieren und steuern kann. Dazu müssen die Komponenten in der Lage sein miteinander zu kommunizieren. Im us-amerikanischen Protokoll 'J1850' wurde festgelegt, wie diese Kommunikation ablaufen soll.

In diesem Protokoll ist genau festgelegt, welche Struktur die Daten, die Datenabfrage und die entsprechenden Rückantworten haben müssen. Es wurde aber nicht festgelegt, wie diese Daten-Struktur physikalisch übertragen werden soll. Das J1850 Protokoll macht keine Aussage darüber, mit wieviel Leitungen, mit welcher Datenrate oder mit welcher Modulation die Kommunikation erfolgen soll. Dies schuf große Freiräume für die Automobilhersteller, so daß unterschiedliche Systeme entwickelt wurden, die nicht kompatibel zueinander sind (siehe Kompatibilitätslisten). In den USA sind schließlich zwei verschiedene Modulationsverfahren für das OBD-System verwendet worden. GeneralMotors (GM) und Chrysler haben sich gemeinsam für das VPW (variable pulsewidth) - manchmal auch als VPWM bezeichnet - und die Ford Motor Company für das PWM (pulsewidth modulation) entschieden. Gleichzeitig haben beide Konzerngruppen die übrigen Parameter jeweils für sich festgelegt. Als Unterscheidungsmerkmal wird aber üblicherweise nur noch das Modulationsverfahren verwendet. Ford verwendet für das so entstandene, komplette Protokoll auch die Bezeichnung SCP (Standard Corporate Protocol).

Auch europäische Fahrzeuge, die in den USA verkauft werden, müssen die Vorgaben der Behörden seit 1996 einhalten. Aus diesem Grund haben sich die europäischen Hersteller zusammen geschlossen und gemeinsam ein entsprechendes Protokoll (ISO 9141) entwickelt. Als Basis diente das J1850 Protokoll. Gleichzeitig wurde in der neu geschaffenen Norm festgelegt, wie die physikalische Übertragung auszusehen hat.

Mittlerweile gibt es ein weiteres Protokoll (CAN - Controller Area Network), das dem gestiegenem Anwendungsbereich der On-Board Diagnose gerecht werden soll. Es wurde bereits von einigen europäischen Herstellern teilweise eingeführt und auch die amerikanischen wollen dem in den nächsten Jahren folgen.

Zusammenfassung für den Ford Windstar

Der Ford Windstar kam 1994 erstmalig auf den Markt. Damit liegt seine Markteinführung noch vor dem eigentlichen Start des amerikanischen OBD-2 Systems. Trotzdem folgten bereits die ersten Modelle diesen Vorgaben, unterstützen aber nicht alle möglichen OBD-2 Funktionen, die später erst implementiert wurden. Als Modulationsverfahren wird das PWM verwendet.

Als Besonderheit sollte das ABS hervorgehoben werden. Das ABS-Modul beim Ford Windstar ist eine eigenständige Komponente. Sie ist nicht mit dem Motorsteuergerät, welches die eigendliche OBD-Schnittstelle bereitstellt, verbunden. Da das ABS-Modul von einem europäischen Hersteller stammt, hat es jedoch die europäische ISO9141-Schnittstelle integriert. Der Anschluß wurde von Ford mit dem entsprechenden Kontakt Nr.7 des Diagnoseanschluß verbunden und kann mit einem ISO-konformen Lesegerät ausgelesen werden.

Persönliche Werkzeuge